Ausbildung

„Wer erzieht, lernt jeden Tag dazu“

Dr. Nicole Ehrmann-Ludwig leitet die Caritas Fachakademie für Sozialpädagogik in Regensburg. Und bildet dort professionell Erzieherinnen und Erzieher aus.

Dr. Nicole Ehrmann-Ludwig kennt keine Routine. Sie ist 36 Jahre alt und hat einen Lebenslauf, der zehn DIN-A4-Seiten lang ist. Seit September 2017 steht dort: Schulleiterin der Caritas Fachakademie für Sozialpädagogik in Regensburg. „Ich begegne gerne neuen Menschen und schätze die Zusammenarbeit mit Leuten jeden Alters. Zudem macht es mir große Freude, Wissen weiterzugeben“, sagt sie. Ehrmann-Ludwig ist eine unentwegt Lehrende und Lernende.

Die Schulleiterin Dr. Nicole Ehrmann-Ludwig

In Oberbayern geboren und aufgewachsen, erahnt sie früh ihr soziales Talent: Sie hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und übernimmt schon in der Grundschule als Klassensprecherin Verantwortung. „Menschen unvoreingenommen und offen zu begegnen, war mir immer sehr wichtig“, sagt sie.

Nach dem Abitur studierte sie Lehramt an Gymnasien und promovierte an der Universität Regensburg über frühkindliche Mehrsprachigkeit. Die Wissenschaftlerin unterrichtete Studenten, arbeitete projektbezogen mit verschiedenen Kindertageseinrichtungen zusammen und bildete sich selbst laufend fort. So verkörpert sie, was sie auch an die Studierenden der Caritas Fachakademie für Sozialpädagogik weitergeben möchte: den Diskurs zwischen Theorie und Praxis. „Ich hole die Schülerinnen und Schüler dort ab, wo sie stehen. Mich interessiert, was sie an Kompetenzen und Erfahrungen mitbringen, erst dann kann ich neues Wissen vermitteln.“ Das wichtigste in der pädagogischen Arbeit sei, den Menschen Respekt entgegen zu bringen und deren Potenzial wahrzunehmen – erst dann könne man sie individuell fördern.

Erzieherinnen und Erzieher würden die Zukunft der Gesellschaft mitgestalten, sagt die Schulleiterin. Wer erziehe, brauche daher Charakter: Wärme und Herzlichkeit in der Beziehung zu anderen Menschen, psychische Widerstandskraft sowie die Fähigkeit zum strukturierten Handeln. Zudem seien das Beobachten und Reflektieren wichtige Aspekte ihrer eigenen Arbeit sowie auch Anforderungen an die Schüler. „Im pädagogischen Bereich lerne ich über mich selbst und andere jeden Tag dazu.“

Wer sich an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Regensburg ausbilden lasse, sei gerüstet für den Erzieherberuf von morgen. Einerseits müssten die künftigen Absolventen nach wie vor das erzieherische Wissen und die entsprechende Fähigkeiten mitbringen. Andererseits würden neue Herausforderungen auf sie warten: Interkulturalität in Kindergruppen beispielsweise, zunehmende Dokumentationspflichten oder die wachsende Bedeutung von Erziehungspartnerschaften mit den Eltern. Diesen Aufgaben sind nur diejenigen gewachsen, die wie die Schulleiterin täglich dazulernen möchten und die Routine scheuen.

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